karnikl nagt an den Wurzeln
Polit-, Kampf- und Spassblatt aus dem Rüebliland

Ein tot gesagtes Volk beginnt sich zu wehren
Über die Unterdrückung und den Befreiungskampf des Assyrer-Suryoye Volkes

Die Geschichte der bisherigen zwei Weltkriege scheint längst abgeschlossen zu sein. Mensch glaubt, was in Geschichtsbüchern steht, mal abgesehen von wenigen GeschichtskritikerInnen und einigen AusschwitzlügnerInnen. Was jedoch von jenen, die Geschichte schreiben vergessen - oder willkürlich weggelassen wurde, wird in der Regel als Lüge oder "aus der Luft gegriffen" abgetan.

Handelt es sich dabei um einen Völkermord, bei dem ein Regime ganze Völker aus politischen Gründen massakriert und vertrieben hat, sollte es wohl klar sein, dass Nachkommen der Ermordeten zu Recht Anerkennung ihrer Geschichte fordern. Und wenn diese Völker in ihren angestammten Ländereien heute noch unterdrückt und verfolgt werden, so dass sie weder ihre Muttersprache erlernen noch sprechen können, dann muss dieses Thema international behandelt werden.

Tatsache ist, dass im Jahr 1915 während des Ersten Weltkriegs 1,5 Millionen Armenier, und 500'000 Angehörige des Assyrer-Suryoye Volkes planmässig ermordet wurden. Um das Geschehene besser zu verstehen, versetze ich Euch, liebe Leserinnen und Leser, ins Osmanische Reich Ende des 19. Jahrhunderts.

Sultan Abdul Hamid hatte Mühe, das riesige Reich wegen Verwaltungsschwierigkeiten und dem wachsenden Nationalbewusstsein der Völker zusammenzuhalten. Auch der Versuch, einen modernen Rechtsstaat zu schaffen, brachte nichts. Die ersten revolutionären Aufstände konnten jedoch niedergeschlagen werden.

Die darauffolgenden vierzig Jahre standen im Zeichen von Verfolgungen, Plünderungen und anderen Ungerechtigkeiten. Vom Sultan organisierte Söldnertruppen terrorisierten die Bevölkerung im Norden Beth-Nahrins (Mesopotamien auf Aramäisch). Unter dem Vorwand des Heiligen Krieges vernichteten sie Dörfer, die Einheimischen wurden getötet, vertrieben oder mit Gewalt zum Islam bekehrt.

Im Juli 1908 stürzten die im Exil ausgebildeten Jungtürken den Sultan. Der Machtwechsel stiess bei allen Völkern im Land auf Begeisterung, da den Völkern Gleichberechtigung und Religionsfreiheit versprochen wurde. Diese Vorfreude sollte aber bald in bittere Enttäuschung umschlagen. Da die Türken den anderen Völkern zahlenmässig unterlegen waren und Befürchteten, dass die anderen Völker wie die Assyrer-Suryoye, Griechen, Armenier und Kurden bald die Macht im Staat übernehmen könnten, lösten sie sich wieder von ihrem Versprechen der Gleichberechtigung und führten den vom Sultan begonnenen Völkermord fort.

Die Bedingungen im Schatten des Ersten Weltkriegs waren wie geschaffen, die seit längerem geplanten Massaker auszuführen und zu vertuschen. Ziel war es, alle nicht türkischen Völker zu vernichten oder gänzlich zu assimilieren. Dazu wurden die Kurden unter dem Vorwand der unterschiedlichen Religion und mit leeren Versprechungen, ihnen wurde ein eigenständiger kurdischer Staat vorgegaukelt, zur Täterschaft getrieben. Der Völkermord wurde demnach von Türken geplant und durch die Kurden ausgeführt, welche später selbst daran glauben mussten. Laut Zeitzeugen, die damals überleben konnten, zündeten sie ganze Dörfer an. Die EinwohnerInnen wurden aufs Grausamste getötet, gefoltert, übereinander gehäuft und verbrannt. Schwangeren Frauen wurde der Bauch aufgeschlitzt und der Fötus in den Dreck geworfen. Durch die Zwangsdeportation sind Tausende verhungert und in der Wüste verdurstet.

Nach 1923 begann die planmässige Assimilierungspolitik. Städte, Dörfer, Flüsse und Berge wurden umgetauft. Selbst die Menschen mussten türkische Vor und Nachnamen annehmen, Um ihre wahre Identität möglichst schnell vergessen zu machen. Die Tragweite des Genozids kann durch folgendes Beispiel erläutert werden: Vor 1915 lebten noch etwa 200'000 Assyrer-Suryoye im türkischen Teil Mesopotamiens, heute sind es nur noch etwa 2500.

Die überwiegende Mehrheit dieses Volkes lebt heute auf der ganzen Welt verstreut. Geflohen vor den Brutalitäten des türkischen Regimes, das heute noch die Menschenrechte mit den Füssen tritt, wo sogar in jedem Amtshaus der Spruch steht: "Eine Nation (die Türkei) - eine Sprache (die türkische)- eine Religion (der Islam)." Trotzdem werden Flüchtlinge aus der Türkei nur selten als politische Flüchtlinge akzeptiert, zumal die Türkei den Völkermord und die heutige Unterdrückung vehement leugnet. Sie sprechen von der Christenlüge.

Deutsches Reich als Mittäter

Eine grosse Mitverantwortung für den Völkermord trifft auch das mit der Türkei verbündete Deutschland, das Anfang 1914 die angeschlagene türkische Armee wieder aufbaute, um gegen Russland neben der Ostfront noch eine zweite Front in Persien zu haben. Nebst einem Kredit von 300 Millionen Reichsmark schickten die Deutschen Tausende Soldaten, 800 Offiziere und hohe Generäle in die Türkei. Ihr Auftrag war es, die hohen Ränge der türkischen Armee zu besetzen, da in der Türkei kein genügend ausgebildetes Personal dafür vorhanden war. Somit belegten deutsche Generäle die höchsten Positionen der türkischen Armee. Obwohl die Deutschen den Völkermord nicht selbst begingen und sie während des Massakers versuchten, auf die Jungtürken einzureden, kann dem Deutschen Reich die Mitverantwortung diesbezüglich nicht abgesprochen werden. Von Seiten des deutschen Kaisers wurde nichts unternommen, dieses Gemetzel zu unterbinden. Es wird sogar gesagt, dass deutsche Generäle bei der Planung der Massaker mitwirkten.

Tragisch ist, dass in der neuen deutschen Geschichte nichts über das Verhältnis zwischen dem deutschen Reich und der Türkei während des ersten Weltkrieges geschrieben wird.

Und obwohl Deutschland einerseits die Menschenrechtsverletzungen in der Türkei anprangert, meist bezüglich des türkischem Bestrebens nach einem Beitritt zur Europäischen Union, werden Flüchtlinge aus der Türkei allgemein als Wirtschaftsflüchtlinge bezeichnet.

Zum Interview traf ich mich mit einem Angehörigen des Assyrer-Suryoye Volkes und Vertreter der Patriotisch Revolutionären Organisation Beth-Nahrins. Er möchte namentlich nicht erwähnt werden.

Du bist Angehöriger des Assyrer-Suryoye Volkes und Mitglied der Patriotisch Revolutionären Organisation Beth-Nahrins. Was ist die Patriotisch Revolutionäre Organisation Beth-Nahrins und wie wurde sie ins Leben gerufen?

Die Patriotisch Revolutionäre Organisation Beth-Nahrins wurde durch die dort lebende Jugend, aufgrund der Erkenntnis der herrschenden Unterdrückung, ins Leben gerufen. Natürlich beeinflusst durch den Guerillakampf der Kurden gegen die türkische Armee, der aufzeigte, dass ein paar wenige FreiheitskämpferInnen gegen eine ganze Armee antreten können. Mensch begann sich zu überlegen, was hier eigentlich passiert: "Warum kämpfen die Kurden und warum wir nicht?" Die ständige Angst, etwas Falsches zu machen, war immer da, und diese Angst kann mensch auch heute noch spüren. Dies war eigentlich der Beweggrund, mal zu analysieren: "Was ist mit unserem Volk passiert?", "Wo sind unsere Wurzeln?". Wir kamen zur Erkenntnis, dass wir als einstige Hochkultur der Menschheit sehr viel gegeben haben, die letzten 2500 Jahre aber gar nichts mehr geben konnten, da wir als Volk eigentlich gar nicht mehr richtig existiert hatten. Wir stellten fest, dass in unserem Volk eine totale Desorganisation herrscht; es gibt zwar viele Organisationen und solche, die grosse Worte plaudern, Die Flucht aus der Heimat wurde jedoch nicht eingeschränkt, sondern eher noch gefördert. Aus diesen Gründen kam die Jugend von Beth-Nahrin zusammen und hat diese Organisation geschaffen.

Wie steht es heute um Euer Volk?

Mesopotamien, unser Ursprungsland ist heute aufgeteilt auf vier Staaten; Irak, Türkei, Syrien und Iran. Die politische Situation ist in jedem Land total unterschiedlich. Im Irak ist der "Bösewicht" Sadam Hussein am Werk und die "lieben guten" Amerikaner, die dafür sorgen, dass Sadam nicht "böse" werden kann, weil er ein Massenmörder ist, was er natürlich auch ist. Er setzt Giftgas ein, das von den Amerikanern und den Europäern entwickelt worden ist. Zum anderen muss natürlich ganz klar gesagt werden, dass Sadam nur wegen der Erdölinteressen in die Knie gezwungen wurde, wenn mensch bedenkt, dass dreizehn Prozent des gesamten Erdölvorkommens auf der Welt in den dortigen UNO - Schutzzonen liegt. Wenn nun wirklich Sadam Hussein das Problem wäre, dann müsste mensch sich angesichts des CIA und der modernen Kriegsmaschinerie der USA fragen, warum Sadam Hussein überhaupt noch am Leben ist. In diesem Teil des Irak leben heute noch etwa 1.5 Millionen des Assyrer-Suryoye Volkes. Das wird Jedoch totgeschwiegen. Mensch redet zwar vom Kurdenproblem, von uns redet jedoch Niemensch.

Ein grosses Problem ist dort das Wirtschaftsembargo der UNO. Täglich sterben bis zu vierhundert Kinder an Unterernährung und fehlender medizinischer Versorgung. Weiter muss gesagt werden, dass der Krieg gegen die Kurden im irakischen Teil von Mesopotamien, der seit 1979 andauert, und von dem von türkischer Seite immer wieder gesagt wird dass die Guerilla nun endgültig besiegt sei, nur mit westlicher Hilfe durchgestanden werden kann.

Im türkischen Teil leben noch rund zweitausend Volksangehörige, was natürlich überhaupt kein Potential für irgendeinen Aufstand ist. Die Menschen, die dort leben, sind jedoch relativ sesshaft. Es müsste etwas Gravierendes passieren, damit sie ausziehen würden. Das Problem liegt eher im syrischen und im irakischen Teil, wo angesichts der Repression das Bedürfnis, das Land zu verlassen, viel Grösser ist. Es gibt auch Schlepperbanden, die aus verschiedenen Gründen versuchen, möglichst vielen zur Flucht zu verhelfen.

Wir als Organisation haben natürlich erkannt, dass eine Befreiung oder respektive eine Anerkennung nicht im Exil stattfinden kann, das muss in der Heimat passieren, indem wir das Land verteidigen, dass wir für die Menschen da sind, dass wir ein neues Bewustsein schaffen können, dass das unser Land ist, dass wir das Recht haben, dort zu leben und dass wir, wenn wir in Ruhe gelassen werden, auch etwas schaffen können, wo niemensch mehr das Bedürfnis hat zu flüchten.

Was sind die Hauptziele der Patriotisch Revolutionären Organisation Beth-Nahrins?

Das Hauptziel ist die Befreiung von Mesopotamien, was natürlich die Kurden, Turkmenen und andere ethnische Minderheiten miteinschliesst. Diese werden jedoch ständig gegeneinander aufgewiegelt. Da unser Volk früher zum grössten Teil von den Kurden umgebracht wurde, werden natürlich vor allem die Kurden und weniger die Türkei als Feind angesehen. Die verschiedenen Religionen wurden von den herrschenden Mächten ständig ausgenutzt. Somit existiert ein tiefgreifender Hass, der sehr schwer abzubauen ist. Innerhalb unseres Volkes ist zum Beispiel immer noch die Meinung verbreitet, dass es nicht möglich ist, mit den Kurden zusammenzuleben, weil sie rückständig seien, weil sie Moslems sind und viele von uns umgebracht haben. Um diese Meinung abzubauen, brauchen wir politische Beziehungen zu den Kurden. Denn eine Befreiung kann es nur geben, wenn alle betroffenen Völker in den Befreiungskampf mit einbezogen werden und gemeinsam nach Lösungen gesucht wird. Um dieses Ziel zu erreichen, muss es gelingen, das ganze Volk zu organisieren, und zwar politisch, ökonomisch und auch im Bildungswesen.

Wie sieht es heute aus mit der Religionsfreiheit in der Türkei?

Rein gesetzlich wäre in der Türkei Politik und Religion strikte getrennt. Mensch nimmt meistens gar nicht zur Kenntnis, dass die islamistische Partei, die die Führung in der Regierung übernommen hat, eigentlich gar nicht existent sein dürfte. Sie konnte eine sehr gute Infrastruktur aufbauen, hat sich über Jahre hinweg wirtschaftlich sehr gut organisiert, hat im ganzen Land Schulen aufgebaut, die besser waren als die staatlichen Schulen von damals und tatsächlich auch Verbesserungen hingekriegt. Und das war für sie natürlich ein Gewinn. Es existiert eigentlich überhaupt keine Freiheit in der Türkei. Und wo keine Freiheit existiert, kann auch keine Religionsfreiheit existieren. Die Gefängnisse sind voll mit politisch Gefangenen, überall wird gefoltert. In den Gefängnissen sind ständig irgendwelche Hungerstreiks im Gange, Proteste in jeglicher Form, die uns hier gar nicht erreichen. Der Journalismus ist auch nicht frei. In der Türkei werden weltweit am meisten Journalisten und Schriftsteller umgebracht oder verschwinden spurlos.

In der Türkei darf Eure Sprache (aramäisch) nicht gelernt werden. Habt Ihr in der Schweiz irgendwo die Möglichkeit, das nachzuholen?

Nach der türkischen Staatsgründung 1923 haben die Armenier und die Griechen einen Minderheitsstatus bekommen, welcher ihnen erlauben würde, ihre Sprache zu lehren und lernen.

Die Sprache ist natürlich der Kernpunkt für die Organisation und Dynamik eines ganzen Volkes. Weil unser Volk in vier verschiedene Staaten aufgeteilt wurde und heute weltweit verstreut lebt, existiert keine einheitliche Sprache mehr. Die Türken haben zum Beispiel das Recht, ihre Sprache in der Schweiz in Schulen weiterzugeben. Wir jedoch haben einen türkischen Pass und als Volk mit eigener Sprache existieren wir gar nicht, somit haben wir auch dieses Recht nicht. Es gibt Bemühungen seitens der Kirche und der Bevölkerung, Sprachunterricht zu erteilen, wobei das natürlich absolut nicht ausreicht. Bis zu einem gewissen Alter lernt mensch vielleicht ein paar Brocken. Wenn aber innerhalb der Familie die Sprache nicht gesprochen wird, bringt das überhaupt nichts. Und wenn mensch heute die Ausdrucksweise der Kinder anhört, dann sind das vielleicht zwei Worte aramäisch und ein Wort Deutsch, die totale Vermischung. Es handelt sich hierbei übrigens um die älteste geschriebene und gelesene Sprache, sie wird zwar an Universitäten studiert, aber innerhalb des Volkes hat mensch diese Möglichkeit fast nicht. Das liegt natürlich auch an der schlechten Organisation unseres Volkes.

Auf welche Reaktionen stossen Eure politischen Aktivitäten bei den anderen Mitgliedern Eures Volkes? Und wie reagieren türkische Mitmenschen?

Politik ist für eine Minderheit innerhalb der Türkei eigentlich ein Tabu. Das heisst, wenn sich jemand unseres Volkes auf irgendwelche Art politisch aktiv für unser Volk einsetzen wollte, wurde er entweder gefangengenommen, umgebracht oder zur Flucht getrieben. Hingegen, wenn ich mich als Türke bekenne und türkische Politik betreibe für den türkischen Nationalstaat, dann hätte ich theoretisch sogar die Möglichkeit, Staatschef zu werden. Unser Volk wurde soweit gebracht, dass sogar das Wort "Politik" ein Zittern auslöst. Obwohl gar kein Verständnis für dieses Wort existiert; dass wir auch politisch sind wenn wir nicht politisch sind, indem wir den anderen in die Hände spielen. Wenn wir für unser Volk in dieser Situation Politik machen, muss ein klares Bekenntnis existieren: Was sind die Probleme, wo sind die Ursachen, was sind unsere Ziele, und wer hindert uns daran? Viele hatten Angst, dass den Angehörigen des Volkes in der Heimat etwas passieren könnte. Diese Angst konnten wir in den letzten vier Jahren mit verschiedenen Aktionen abbauen, obwohl natürlich von türkischer Seite her nichts unterlassen wurde, die Antipropaganda voranzutreiben und Angst zu säen. Es ist wieder eine Hoffnung entstanden innerhalb des Volkes und insgeheim der Gedanke an eine Rückkehr.

Unser Feind ist natürlich nicht das türkische Volk, denn ein Volk kann von sich aus nicht schlecht sein. Es ist nur so gut oder so schlecht, wie es von oben gesteuert wird. Und das türkische Volk ist natürlich genau so unterdrückt, weil Armut herrscht, Bildungsrückstände, eine totale Lüge existiert in diesem Land, dem Volk wird etwas vorgemacht, was nicht existiert. Es gibt innerhalb des türkischen Staates Faschisten, die vom Staat unterstützt werden, aber auch links Stehende, zu denen wir wenn möglich sehr gute Kontakte haben. Nehmen wir mal an die Revolution findet statt, der Staat existiert, dann haben wir einen Nachbar und das wird die Türkei sein. Das türkische Volk ist da. Und indem wir gegen die Unterdrückung kämpfen, kämpfen wir auch indirekt für die Befreiung des türkischen Volkes. Das Regime muss gestürzt werden, damit demokratische, soziale Strukturen aufgebaut werden können.

Was für Einflüsse haben die kurdischen Befreiungskämpfe in Eurer Heimat?

Im türkischen Teil ist ganz klar Sympathie zu erkennen, obwohl jeder Angst hat, einen Freiheitskämpfer oder eine -kämpferin aufzunehmen, denn wer das macht, muss mit dem Schlimmsten rechnen. Das Bewusstsein, dass dort was läuft, ist viel stärker ausgeprägt, obwohl alle Angst haben, es zu sagen, weder am Telefon noch in einem persönlichen Gespräch. Diese Angst ist präsent. In Istanbul sieht mensch diese Angst im Gesicht jedes Menschen.

Im Irakischen Teil ist die Situation total anders. Dort sind Kurden die gegeneinander kämpfen. Seit Frühling 97 sind zeitweise bis 80'000 türkische Soldaten in diesem Gebiet stationär mit schwersten militärischen Ausrüstungen zur Unterstützung der KDP (Kurdische Demokratische Partei) Barsanis gegen die PKK, und gegen uns. Wir sind mit unserer Guerilla dort auch vertreten und werden auch in diese Kämpfe verwickelt. Wir sind aber nicht, wie es leider viele verstehen, ein Arm der PKK, sondern unabhängig und werden es auch immer bleiben. Denn nur, wenn wir total eigenständig und unabhängig sind, können wir die Politik machen, die wir zum Erreichen der Freiheit auch brauchen.

Urbi

Die "Freie Stimme der Jugend aus Beth-Narin, das zweimonatlich erscheinende Heft zum Thema, kann für SFr. 4.- bezogen werden bei: Renyo Hiro, Militärstrasse, Postfach 11, 8889 Plons


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