karnikl nagt an den Wurzeln
Polit-, Kampf- und Spassblatt aus dem Rüebliland

Das karnikl-Kochrezept

Was natürlich in keiner Nummer fehlen darf: Das Rezept - eine Anleitung zur möglichst korrekten Befriedigung eines elementaren Grundbedürfnisses, die Nahrungsaufnahme.

Das heisst: Ohne tierische Produkte (also vegan), ohne Zutaten aus'm Supermarkt (sofern das Budget damit einverstanden ist), saisongerechte Nahrungsmittel und trotzdem wahnsinnig lecker. Ich will damit zeigen, dass vegane Ernährung nicht Verzicht bedeutet - im Gegenteil. Diesmal ein delikates und einigermassen aufwendiges Wintermenü mit Nachspeise für 10(!) Personen (kein Fussbreit der Vereinzelung!). Heute gibz:

Kartoffelbratlinge mit Rotkraut an Kürbissauce und marinierter Rosenkohl

Also: Mensch gönne sich einen gemütlichen Bummel durch die Bio- und Weltläden der Stadt und kaufe ein (Landmenschen pflücken sich das Festmahl im Garten)

Für den Hauptgang:
- ca. 1 kg Rosenkohl
- 1 mittlerer Kürbis
- 500 g heisse Marroni (oder kalte, jedenfalls aber schon geröstete)
- 1 grosser Rotkabis
- 6 grosse Zwiebeln
- Wein- oder Apfelessig
- Oliven- oder Sonnenblumenöl
- 1 kg Kartoffeln
- 1 Tüte Paniermehl (ebensogut kann aber auch geraffeltes hartes Brot verwendet werden)
- 1 Tüte Sesam
- Senf

Für die Nachspeise:
- 250 g Pflanzenmargarine mit 100%igem Fettanteil (Achtung: gewisse "Pflanzenmargarinen" enthalten tierische Inhaltsstoffe!)
- 500 g Mascobado- oder Rohrohrzucker
- 1 Glas eingemachte Kirschen, Zwetschgen, Aprikosen oder andere Steinfrüchte die munden
- 500 g fein gemahlenes Vollkornmehl
- gewöhnliches Haushaltsmehl
- 1 kg möglichst zarter Tofu, den gibz meistens ziemlich billig im Asienladen
- 3 Zitronen (wichtig!)
- Sojamilch

Die Nachspeise nennt sich Tofukäsekuchen

Ich nenne sie: leckerster veganer Kuchen, den ich kenne. (mit Käse hat er nämlich überhaupt nix zu tun). Dieser wird vor dem Hauptmenü zubereitet. Die Zutaten werden in Tassen abgemessen, um auch Menschen ohne Küchenwage zu berücksichtigen. Das ist ausserdem sehr praktisch und hat den Vorteil, dass je nach Bedarf grössere oder kleinere Tassen verwendet werden können. Das folgende Rezept ergibt zwei oder ein ziemlich grosser Kuchen (für die WG plus die ganze NachbarInnenschaft) und das geht so:

Zuerst wird der Teig für den Boden produziert, da er vorgebacken werden muss. Dazu werden 3 Tassen des Vollkornmehl und 1 Tasse Weissmehl mit Wasser, 1/2 TL Salz, 2 Prisen Zimt und einer Tasse Zucker vermengt. Anschliessend werden eine halbe Tasse Margarine und 4 EL Öl daruntergeknetet und 4 EL Sojamilch beigefügt. Die Margarine soll nicht allzu fest sein, also einige Zeit vor Arbeitsbeginn aus dem Kühlschrank, Keller oder Iglu nehmen. Der Teig für den Boden wird also geknetet, bis er geschmeidig ist, in einer oder zwei Springformen (oder je nachdem in einem Kuchenblech) ausgelegt und bei 175 Cº 20 Minuten vorgebacken.

Währenddessen kann mensch die Zutaten für die Füllung mit dem Stabmixer oder im Pürierglas cremig pürieren. Sie sollten in folgender Reihenfolge vermischt werden:

- 6 Tassen Tofu, zerkrümmelt
- 2/3 Tasse Zitronensaft
- 1/2 Tasse Öl
- 1/2 Tasse Margarine
- 3 Tassen Zucker
- 1 1/2 TL Salz
- 2 1/2 TL Vanille
- 1/2 Tasse Sojamilch bei Bedarf

Die Früchte ziemlich dicht auf den vorgebackenen Teig legen und die Kuchenform mit der pürierten Masse auffüllen. Dann ab in den Ofen damit - eine halbe Stunde backen, bis der Tofu in der Mitte fest ist (Zahnstocherprobe), rausnehmen - fertig.

Nun zum Menü des Tages:

Als erstes wird die passende Musik aufgelegt (Willy Gools "Singen im Advent" eignet sich dabei nicht soooo gut).

Die Kartoffeln werden weichgekocht und passiert oder püriert und wie Kartoffelstock gewürzt (als "Milchersatz" kann Sojamilch verwendet werden, ist aber nicht notwendig). Zwei fein geschnittene Zwiebeln und zwei Tassen Sesam daruntermischen. Aus der Kartoffelmasse können faustgrosse Bällchen geformt werden, die plattgedrückt und im Paniermehl gewendet werden. Dann wird das Gemüse zerkleinert, die Marroni geschält und die restlichen Zwiebeln ebenfalls feingeschnitten. Der Kürbis kommt in den Kochtopf plus etwas Wasser- und soll so einige Zeit gedeckt vor sich hin dämpfen. Dann wird der feingeschnittene Rotkabis in den Dampfkochtopf gegeben. Der Rosenkohl wird ebenfalls gedämpft, allerdings separat. Er soll vom Feuer genommen werden, bevor er ganz weich ist und mit Zwiebeln, getrockneten Kräutern (Basilikum oder Dill, Petersilie) und etwas Senf im Öl angedünstet werden. Dem Rotkabis, der inzwischen gar ist, werden die Marroni, 1 geschnittene Zwiebel, 3 Esslöffel Essig und Kräuter beigefügt. Das Ganze auf niederem Feuer weiterköcheln lassen.

Wenn der Kürbis weich ist (geht ziemlich schnell) kann er püriert (mit dem Stabmixer, der sich in der veganen Küche sowieso dringend empfiehlt), mit wenig Zwiebel, einer Prise Curry und etwas Pfeffer aus der Mühle weitergeköchelt werden (ab und zu umrühren). Er soll saucige Konsistenz aufweisen. Sowohl dem Kürbis, als auch dem Rot- und Rosenkohl, kann Salz beigefügt werden. Jedoch immer sparsam verwenden, da es seinen vollen Geschmack erst nach einiger Kochzeit richtig entfaltet.

Die Töpfe und Pfannen warmhalten und die Kartoffelbratlinge mit wenig Öl goldbraun braten. Das Rotkraut oder die Bratlinge mit der Kürbissauce anrichten - essen und verdauen.

Irene


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