NPD/JN-Parteitag in Passau Passau - ein ganz normales fünfzigtausendseelen Städtchen
in Niederbayern. Wirklich ein ganz normales Städtchen? -
Keineswegs, denn in Passau scheint Faschopropaganda allmählich
Alltag geworden zu sein. Rechtsextremistische Organisationen und
faschistische Parteien veranstalten in der Dreiflüssestadt
regelmässig Treffen ihrer Gruppierung. Zuletzt fand der
Wahlkongress der Nationaldemokratischen Partei Deutschland (NPD) und
deren Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten (JN) statt. Mit der
grössten nationalen Saalveranstaltung (wie die NPD/JN ihren
Parteitag selbst bezeichnen) wollte die rechtsextremistische Partei
den "Tag des nationalen Widerstandes" feiern, was sie am 7.
Februar 1998 dann auch tat. Braunes Passau Die Christliche Sozialunion (CSU) feiert jährlich ihren
"politischen Aschermittwoch" in der Nibelungenhalle. Die
Republikaner sitzen im Stadtrat. Ein sogenannter "Konservativer
Gesprächskreis" (Zusammenschluss von Republikanern,
Burschenschaftlern, CSU, Klerus und der Neuen Rechten) versucht
rechtes Gedankengut salonfähig zu machen. Rechtsextreme
Organisationen, wie der Bund freier Bürger (BfB), Paneuropa und
der Bund der Vertriebenen (BdV), halten in Passau regelmässig
ihre Treffen ab. Der Münchner Multimillionär Frei und seine faschistische
Partei Deutsche Volksunion (DVU), zogen im September 1997
mittlerweile schon zum sechzehnten Mal nach Passau in die
Nibelungenhalle, um in guten, bzw. schlechten Zeiten, ihre
Grossveranstaltung mit bis zu 5000 Teilnehmern abzuhalten. Dessen
nicht genug kam nun auch noch die NPD/JN nach Passau in dieses
Gebäude. Die braune Vergangenheit der Nibelungenhalle (Niha), welche vom
Naziregime in den 30er Jahren erbaut wurde und namentlich wie auch
architektonisch daran erinnert, entpuppte sich seit langem schon als
grosser Anziehungspunkt rechter Organisationen. Über zehn Jahre
lang führte ein Ausschuss der Stadt einen (Alibi-)Rechtsstreit
mit der DVU - trotzdem konnten die Faschisten jedes Jahr in die Niha
einziehen. Im April letzten Jahres beschloss dieser Ausschuss zu
allem Übel auch noch in brüderlicher Absicht, nach eigenen
Aussagen jedoch wegen Aussichtslosigkeit, den Rechtsstreit
aufzugeben. "In über 50 Verfahren wurden alle denkbaren
Rechtsfragen geklärt. Die Stadt hat keine Handhabe", wie
ein Rechtsberater der Stadt zu berichten vermochte. Dies kam
natürlich auch der NPD gelegen. Im Juni '97 beschloss die Stadt,
ihnen die Halle gleich prozesslos zu überlassen, schliesslich
sei die NPD auch eine legale Partei (Hoch lebe die "Demokratie"
- d. T.). Wer jetzt denkt, dass der brauner Mob in Passau nichts mehr im
Wege steht und sie weiterhin ungestört ihre faschistische
Propaganda unters Volk bringen kann, die oder den kann ich beruhigen.
Dies war und wird nie der Fall sein, nicht zuletzt dank der AAPa. Unbeugsamer Widerstand - Antifaschistische Aktion Passau Die AAPa schreibt das Jahr 85 als Gründungsdatum und ist in
der Antifaschistischen Aktion/Bundesweite Organisation (AA/BO-siehe
auch Kästchen) organisiert. Mit diversen Flugblattaktionen,
Mahnwachen, Demonstrationen u. a. versuchen die aktiven
AntifaschistInnen auf legale Weise die Bevölkerung und deren
Gerechtigkeitssinn wachzurütteln und leisten somit wichtige
antifaschistische Arbeit. Seit Mitte der 80er Jahre gibt es
kontinuierlichen Protest in Passau gegen die DVU-Kundgebungen. Der
Höhepunkt war 1992 erreicht, als 4000 Menschen auf die Strasse
gingen und ein breites Bündnis von autonomen AntifaschistInnen
bis hin zu bürgerlichen Gruppen die Demonstration unterstützte. Die Arbeit der AAPa wurde jedoch vom Staat behindert. Unterstützt
von ansässigen Politikern und der Monopolzeitung "Passauer
Neue Presse" (PNP) lancierte der Staatsschutz Mitte der 90er
eine massive Kriminalisierungswelle gegen die AntifaschistInnen.
Durch Schikanierungen in der Öffentlichkeit, Hausdurchsuchungen
und der Anwendung des §129a (siehe Kästchen), versucht die
Obrigkeit, die örtlichen Antifastrukturen zu zerschlagen und die
AntifaschistInnen einzuschüchtern. Ein CSU-Landtagsabgeordneter
schrieb in der PNP, mensch solle nicht von der Antifa sprechen, sondern
von der "Passauer Terrorgruppe". Diese üble Hetze
verunmöglicht heute eine breite Unterstützung in der
Bevölkerung. Nichtsdestotrotz startete die AAPa Ende '97 die
Mobilisierung für eine bundesweit organisierte Demonstration
gegen den NPD/ JN-Kongress vom 7. Februar. Sammelbecken verbotener rechtsradikaler Organisationen Die NPD wurde in den 60er Jahren ins Leben gerufen und ist
momentan mit ihrer Jugendorganisation JN die aktivste und
gefährlichste rechtsextreme Organisation in Deutschland. Vor
allem die JN gilt als Sammelbecken sämtlicher verbotener rechter
Gruppierungen und bildet mit der NPD zusammen eine der zentralen
Strukturen im faschistischen Netzwerk. Von Altnazis über
Juristen bis hin zu gewaltbereiten organisierten Faschoglatzen hält
die NPD/JN alle Kategorien im rechtsextremen Spektrum in ihren
Reihen. NPD-Bundesparteipräsident ist Udo Voigt, welcher Günter
Deckert ablöste. Deckert wiederum sitzt momentan eine
Gefängnisstrafe ab, die er wegen volksverhetzenden Äusserungen
und der Übersetzung rechtsextremer Texte aufgebrummt bekam. Die legale NPD besitzt eine gute Infrastruktur und mobilisiert
regelmässig zu Grossanlässen. Beispielhaft dafür steht
der 1. März '97 in München, wo fünftausend Alt- und
Jungnazis gegen die Wehrmachtsausstellung aufmarschierten (siehe
karnikl #1). Ebenfalls von der NPD/JN waren die Aufmärsche am 1.
Mai '97 in Leipzig, sowie am 13. September '97 in Hamburg
organisiert. Diese konnten jedoch unter anderem dank grosser
antifaschistischer Gegenmobilisierung verhindert werden. Organisierte Nazis in Passau Seit Anfang '97 existiert auch in Passau ein Ortsverband der NPD.
Mit einer Flugblattaktion hat die NPD im November '96 zu einer
Versammlung in Passau aufgerufen. Unter dem Motto "Sind wir noch
zu retten?" trat kein geringerer als Udo Voigt als Redner auf.
Die ca. 150 Nazis, welche an dieser Versammlung teilgenommen haben,
einigten sich auf die Gründung eines Ortsverbandes in Passau.
Als Vorstand tritt Herbert Steringer aus Passau in Erscheinung, der
als früherer Nachbar von Udo Voigt eine gute Beziehung zu ihm
pflegt. Das braune Gedankengut Steringers ist schon seit längerer
Zeit bekannt. So schrieb er Ende '95 einen Brief an den inhaftierten
Günter Deckert, in dem er ihm seine ganze Sympathie bekundete
und seine vollste Unterstützung versicherte. Bei seiner neuesten
Aktion hatte Steringer den Oberbürgermeister gebeten, er solle
die Ausstellung "Vernichtungskrieg - Verbrechen der Wehrmacht
1941-45" nach Passau holen, damit die NPD dagegen demonstrieren
kann. Dies war nicht das erste Mal, dass die NPD in Passau an die
Öffentlichkeit treten wollte. Im Sommer '94 stellten sie in der
Fussgängerzone einen Infotisch auf. Die Verbreitung ihrer
faschistischen Propaganda konnte jedoch von beherzten
AntifaschistInnen verhindert werden. Herbert Steringer scheint im Übrigen in Passau nicht gerade
beliebt zu sein. Am 1. Mai '97, als er nach Leipzig zur geplanten
Nazidemonstration fahren wollte, hätten Unbekannte Krähenfüsse
(eine Art Nägel - d. T.) vor seine Ausfahrt gelegt, empörte
sich Steringer. Desweiteren sei sein Haus schon mit Farbeiern
beschmissen und in seiner Nachbarschaft etliche Anti-Nazi-Parolen
gesprüht worden. Eines Nachts klingelte sogar schon einmal die
Polizei an der Haustür, weil ein Einbruch gemeldet wurde. Doch die Gefahr, welche vom Ortsverband ausgeht, darf nicht
unterschätzt werden. In letzter Zeit sind in Passau und seiner
Umgebung wieder vermehrt einzelne, unorganisierte Nazis aufgetreten.
Der Ortsverband der NPD wird ein Anziehungspunkt sein und diese
Faschoglatzen in seinen Reihen organisieren. Tag des Nationalen Widerstandes Mit dem Kongress in der Niha von Passau, startete die NPD den
Wahlkampf für die Bundestagswahl 1998. Unter dem Motto
"organisierter Wille bedeutet Macht" kündigte die NPD
"den Tag des nationalen Widerstandes" mit "der
grössten Saalveranstaltung des nationalen Lagers" an:
"Jeder normal denkende Deutsche sei eingeladen". Die
Veranstaltung wurde im Internet gross angekündigt; ebenso wurde
dieses Medium benutzt, um diverse Busfahrten aus ganz Deutschland
anzubieten. Die Nationalen Infotelefone berichteten von über 80
angemeldeten Bussen, und dass fünftausend NationalistInnen über
alle Parteigrenzen hinaus aus Deutschland und Europa erwartet werden.
Die Veranstaltung sollte "die Wege ins kommende Jahrtausend
aufzeigen". Die NPD hatte die Niha den ganzen Tag gemietet und
präsentierte nebst dem politischen auch ein kulturelles
Programm. Neben der Vorstellung des Parteiprogrammes und des NPD-Werbespots,
waren Ansprachen von Udo Voigt (NPD-Bundesparteipräsident),Herbert
Schweiger (Publizist und Autor des in Deutschland verbotenen Buches
"Evolution und Wissen") und Jürgen Rieger
(Nazi-Rechtsanwalt) zu hören. Dazu gab es noch eine
Volkstanzvorführung, ein Laienspiel, eine Fotoausstellung von
der NPD/JN-Demonstration am 1. März '97 in München und die
Konzertauftritte der Nazi-Sänger Jörg Hähnel und Frank
Rennicke bildeten das kulturelle Rahmenprogramm. Dazu mussten die
Teilnehmer verschiedene Diskussionsforen über sich ergehen
lassen, wie "Rechtskampf in der BRD" oder "Einheit der
Rechten - Trugbild oder Zukunftsvision". Weiter konnte unmensch
natürlich bei diversen Ständen verweilen, wo u. a. auch die
Deutsche Stimme (DS - Organ der NPD) und diverse Informationen über
die NPD/JN erhältlich waren. In einem Workshop wurde den
Interessierten eine Einführung ins Internet gegeben. Stolze Schweizer in Passau - SHS organisiert, NIS grüsst Gerüchten zu Folge könnte mensch der Meinung sein, dass
die SHS nach den Verfahren zum Hochdorfüberfall zersplittert
wurden, doch dies ist nicht der Fall. Sie haben sich strikte von der
Öffentlichkeit zurückgezogen, das ist unbestritten. Aber
einerseits wurden in letzter Zeit wieder vermehrt Aktivitäten
einzelner Mitglieder bekannt, andererseits war die ganze Zeit über
das SHS-Organ "Hammer" erhältlich, die letzte Ausgabe
#5 erschien erst vor kurzem. Braunes Gedankengut lässt sich
nicht einfach wegprozessieren. So auch nicht beim
SHS-Vorstandsmitglied Reinhold Fischer aus Rudolfstetten/AG. Er gilt
momentan als aktivster Faschoskin in der Schweiz. Er besitzt nach wie
vor enge Kontakte zu Deutschland, vertreibt den Versand rechter
Zeitschriften sowie von Nazi-Platten, organisiert fleissig bei
Veranstaltungen mit und führte bis vor kurzem ein Nationales
Infotelefon, wo über diverse Aufmärsche und Treffen von
RechtsextremistInnen europaweit informiert und mobilisiert wurde.
Aufgrund dieser Aktivitäten wurde bei ihm anfangs Februar '98
eine Hausdurchsuchung durchgeführt und sämtliche Unterlagen
vorübergehend beschlagnahmt. Über das Infotelefon wurde auch eine Mitfahrgelegenheit für
das Treffen in Passau angeboten. Für ihre Reise hatten sie das
Carunternehmen Welti-Furrer aus Zureich angeheuert. Nachdem im
Vorfeld in der Tagespresse die Schweizer Beteiligung am NPD-Kongress
publik gemacht worden war, zog sich Welti-Furrer zurück. Diese
Nachricht schien nicht bis nach Bern gekommen zu sein, das
Carunternehmen Marti aus der Bundeshauptstadt stellte sich
kurzfristig zur Verfügung (wobei hier noch anzufügen ist,
dass Marti vermutlich wirklich nichts von der umstrittenen Ladung
gewusst hatte; also keine falschen Gedanken). So konnten in der Nacht
auf Samstag dann doch noch 24 Patrioten ihre Reise mit einem Bus
antreten, um von Zureich aus ihr gewünschtes Ziel zu erreichen.
Der besoffenen Horde wurde jedoch morgens um 3.00 Uhr die Einreise
nach Deutschland am Zoll verweigert und sie mussten wieder umkehren.
Da aber einige in separaten Kleinbussen oder Privatautos nach Passau
fuhren, waren am Samstag doch noch ca. 30 Schweizer Faschoglatzen bei
der Nazi-Veranstaltung anwesend. Bei den Grussbotschaften, welche am
NPD-Kongress von sympathisierenden NationalistInnen aus der ganzen
Welt überbracht wurden, stellte sich die NIS vor. Die stolzen Schweizer konnten es sich natürlich nicht nehmen
lassen, sich in Passau ins Rampenlicht zu stellen. Während ihre
Kumpanen den Tag schön friedlich verbrachten und eingepfercht in
der Niha verweilten, mussten "unsere" Mannen (Frauen wurden
keine gesichtet - d. T.) in einer Blitzaktion vor die Halle treten,
eine Schweizerfahne ausbreiten und den anwesenden Polizeieinheiten
und AntifaschistInnen ein paar unverständliche Parolen zugrölen,
bevor sie wieder in der Halle verschwanden. Widerstand gegen den NPD/JN-Kongress
Unter dem Motto "Gegen den NPD-Bundeskongress vorgehen!
Zusammen kämpfen gegen Polizeistaat und rassistische Hetze"
startete die AAPa Ende '97 die Mobilisierung für eine bundesweit
organisierte Demonstration, unterstützt von der AA/BO. Mit
Infobriefen wurde seit anfangs Dezember regelmässig über
den Stand der Dinge berichtet. Mit diversen Vorbereitungstreffen im
süddeutschen Raum wurden die AntifaschistInnen direkt
informiert.
Eine Bewilligung für eine Demonstration kostet in Deutschland
eine Menge Geld und Plakate und Aufrufe konnte die AAPa auch nicht
kostenlos vervielfältigen. Um dies teilweise zu finanzieren,
haben sie einen Sampler produziert, welchen mensch im Vorfeld
bestellen konnte. Ebenfalls eine Unterstützung kam in der
Schweiz zustande. Am 23. und 24. Januar fand ein
Benefizweekend statt. Ein vielseitiges Programm mit 12 Bands aus der
Schweiz und Deutschland, Infoständen, Filmbeiträgen und
einem Diskussionsforum zu den Themen AAPa, dem 7. Februar und der
antifaschistischen Arbeit in der Schweiz und Deutschland wurde auf
die Beine gestellt. Die Konzerte waren an beiden Tagen mit jeweils
etwa 200 Leuten gut besucht. Doch die konsumorientierte "Linke"
konnte an diesem Wochenende ihre unpolitische Maske nicht ablegen und
so wurde das politische Angebot miserabel genutzt. Wo ist der
antifaschistische Zusammenhalt in der Schweiz geblieben? Ist die
Zersplitterung stärker als der Wille nach Veränderung? Sei
es wie es sein muss, jedenfalls konnte die AAPa mit einem
beträchtlichen Betrag unterstützt werden. Die NPD sollte in Passau den Widerstand zu spüren bekommen
und so wurden im Vorfeld Bündnistreffen organisiert. Beim ersten
Treffen wurde von fast allen BündnisteilnehmerInnen (Bündnis
90/Grüne, Deutscher Gewerkschaftsbund , alternative Passauer
Gruppen u.a.) eine Verhinderung des Kongresses gefordert. Mit
Strassenfesten bis hin zur Demonstration wollte mensch ein Zeichen
setzen. Bei den weiteren Treffen kristallisierte sich immer mehr
heraus, dass die anderen BündnisteilnehmerInnen die
Demonstration und die Mahnwachen der AAPa nicht unterstützen
werden, diese Aktionen hätten für sie "keinen
politischen Wert". Hingegen unterstützt das Bündnis
gegen die NPD die "Passauer Aktion Zivilcourage", welche
durch Unterschriftenlisten zu einer gewaltfreien Blockade der Niha
aufrufen wollten. Prominente PassauerInnen wurden dabei als
Aushängeschild benutzt, um die Öffentlichkeit wirksam
anzusprechen. Nach Schätzungen der AntifaschistInnen der AAPa, kann mit
einem Polizeiaufgebot von ca. 40 Hundertschaften gerechnet werden.
Die Einsatzkräfte von ganz Bayern sollten einbezogen werden. Vor
allem das Unterstützungssonderkommando (USK) aus der
Landeshauptstadt München wird dafür sorgen, dass die "harte
bayrische Linie" durchgesetzt werden kann. Laut dem Passauer
Polizeichef Gruber seien die DVU-Einsätze im Vergleich zur NPD
nur eine Übung gewesen. Bei der DVU-Kundgebung '97 waren ca.
2000 PolizistInnen gegen 450 DemonstrantInnen aufmarschiert... Arthur Antifaschistische Aktion - Bundesweite Organisation (AA/BO) Die Antifaschistische Aktion will mit ihrer bundesweiten
Organisation den FaschistInnen organisiert entgegentreten und
offensiv gegen die Drahtzieher und Ideologen des Naziterrors
vorgehen. Der rassistische Konsens in der Bevölkerung hat sich
massiv entfaltet. Grosse Teile der Bevölkerung stehen
rassistischen Anschlägen und nationalistischen Ideen
gleichgültig oder wohlwollend gegenüber. Deshalb gilt der
Kampf der AA/BO all denen, die den Nazis die gesellschaftliche
Akzeptanz verleihen. Sie stellt sich auch gegen die
gesellschaftlichen Bedingungen, aus denen heraus faschistische
Bewegungen entstehen. Wenn in einem System Profit als oberstes Ziel
gilt und der Mensch nach der Verwertbarkeit beurteilt wird, gilt der
antifaschistische Kampf dem System als Ganzes. Die Arbeit der AA/BO
versteht sich also nicht nur als antifaschistisch, sondern ebenso als
antisexistisch und antikapitalistisch. Eine freie Gesellschaft ohne
Rassismus kann nur entstehen, wenn das System mit all seinen Fehlern
gekippt wird. Das Anliegen der AA/BO ist es, alle Kräfte zu vereinen und
damit die Zersplitterung in der Linken zu überbrücken. In
dieser Zusammenarbeit sehen sie den gemeinsamen Kampf gegen den
Faschismus und den alltäglichen Terror des herrschenden Systems.
Die Wirksamkeit in der Praxis muss bestehen bleiben, damit in die
gesellschaftliche Entwicklung eingegriffen werden kann. Dabei suchen
sie nicht zuerst nach Unterschieden, sondern greifen die
Gemeinsamkeiten auf, um zusammen entscheidend handeln zu können. §129a - Terroristenhetze leicht gemacht Der §129a (Werbung, Unterstützung oder Mitgliedschaft in
einer terroristischen Vereinigung) wurde im Zuge der RAF-Prozesse
geschaffen. Er dient dem Staatsschutz noch heute vor allem als
"Ermittlungsparagraph". In 96% der Fälle kam es zu
keiner Beweisführung, geschweige denn zu einer Verurteilung oder
einem Prozess. Der §129a dient viel mehr dazu, die Beschuldigten
und deren Umfeld zu durchleuchten. Er erlaubt Hausdurchsuchungen,
Postüberwachungen, Abhöraktionen, Observationen, zahllose
Vernehmungen u. a. Wer diesen Paragraphen schlussendlich zu spüren
bekommt, muss hier wohl nicht näher erläutert werden. Zurück zur Hauptseite vom karnikl oder des KulturZentrums Bremgarten KuZeB
Tag
des "nationalen Widerstandes" in Deutschland
© 1997, 2010 Copyright beim Verein KulturZentrum Bremgarten KuZeB some rights reserved (Creative Commons BY-NC-SA). Geändert am 31. Mai 2009. Erstellt von Kire.