1. Internationale PGA-Konferenz in
Genf Am 23. bis 25. Februar 1998 fand in Genf die erste
internationale Konferenz der PGA, der Peoples Global Action, oder zu
deutsch, der "Weltweiten Aktion (der Völker) gegen den
'Freihandel' und die WTO" statt. Sie ist als Gegenkonferenz zur
ebenfalls in Genf stattfindenden WTO-Minister(Innen?)konferenz vom
kommenden Mai zu verstehen. (siehe auch karnikl #2, "Freihandel
- wo bleibt da die Handlungsfreiheit?") Im Anschluss an das "2. Interkontinentale Treffen für
die Menschlichkeit und gegen den Neoliberalismus" der Zapatisten
im Sommer '97 entstand die Idee für die globale Aktion und der
erste Entwurf eines Manifestes gegen die WTO und den "Freihandel".
In wenigen Monaten bereiteten ein internationales Komitee und ein
spontan und mit Aufrufen gebildetes lokales Organisationsteam in Genf
diese erste internationale Delegiertenkonferenz vor. Ihre Hauptziele
waren das Manifest auszuarbeiten; eine möglichst breite Allianz
auf die Beine zu stellen, die gegen den sogenannten "Freihandel"
und die WTO agiert und mobilisiert; die Planung und Koordination von
lokalen und weltweiten Aktionen vor und während der
WTO-Ministerkonferenz vom 18. bis 20. Mai in Genf. Freie Diskussionen an runden Tischen Als Einstimmung und zur Vorbereitung fanden vom 18. bis 21.
Februar runde Tische (die eigentlich eckig waren) zu verschiedenen
Themen statt. Sie waren nicht eigentlicher Bestandteil der Konferenz
und standen allen Interessierten offen. Die schon anwesenden
Delegierten und vor allem Leute aus Genf nutzten die Gelegenheit, zu
diskutieren, Erfahrungen auszutauschen, einander kennenzulernen,
sowie die Arbeit ihrer Organisationen vorzustellen. Dies alles hätte
in der Konferenz selbst keinen Platz gehabt. Leider liefen einige der Diskussionsrunden aufgrund
organisatorischer Mängel ziemlich chaotisch ab, so etwa der
Tisch "Gesellschaft und Globalisierung", welcher erst
später anfing. (Um die Delegierten der teilnehmenden
Organisationen miteinzubeziehen, war geplant gewesen, dass diese die
Diskussionsrunden organisierten, was leider nicht klappte.) An den Tischen "Indigene Völker" und
"Bauern-Bäuerinnen/Landwirtschaft" hingegen wurde sehr
engagiert und produktiv diskutiert. Dies kam wohl auch von der
direkten Betroffenheit, da die Menschen im Trikont, die im
Agrarsektor arbeiten, am meisten vom in der Uruguay-Runde 1986-93
eingeführten TRIPs-Abkommen (Trade-Related Aspects of
Intellectual Property Rights) tangiert sind. Dieses Abkommen zum
"Schutz der Rechte am geistigen Eigentum" wird vor allem
dazu verwendet, den oft von Subsistenzwirtschaft lebenden Menschen
die Lebensgrundlage zu entziehen und sie so in die schlecht bezahlte
und oft nicht existenzsichernde Arbeit der multinationalen Industrie
einzubinden. In der Runde zum Thema "Gender" (soziales Geschlecht;
Geschlechterrollen in der Gesellschaft) wurden die Zusammenhänge
zwischen Patriarchat und der herrschenden Wirtschaftsordnung (genannt
Kapitalismus) hervorgehoben. Dieser Tisch war fast zu gut besucht,
was die Diskussion zumindest am Anfang erschwerte. Beim Tisch mit den Themen "Menschen /globaler Markt"
ging es vor allem um die eventuell geplante Einführung von
Umwelt- und Sozialklauseln in die WTO-Abkommen. Während viele
NGOs (Nichtregierungsorganisationen) mit solchen Bestimmungen die WTO
reformieren und "verbessern" wollen, wurde von den
TeilnehmerInnen die grundsätzliche Ablehnungshaltung der PGA
gegen die Welthandelsorganisation als ganzes bekräftigt. (Nicht
umsonst fordern zum Beispiel Millionen von InderInnen den Austritt
ihres Landes aus der WTO.) Nicht besonders begeistern konnte das Thema "Corporate
Power", wo Beispiele der Macht von Multis und Transis
(transnationalen Konzernen) und deren Kapital, sowie deren Einfluss
und Wirkung bezeichnet wurden. (Diese sind ja reichlich bekannt und
sonst im Manifest näher erläutert.) Die Abendveranstaltungen Sehr interessant waren auch die Veranstaltungen am Abend, die
ebenfalls öffentlich waren und sehr gut besucht wurden (die von
der Stadt zur Verfügung gestellten Säle waren meist
randvoll gefüllt). Sie hatten gegenüber den Diskussionen
während dem Tag eher den Charakter von Vorträgen oder
Podiumsdiskussionen. Um ein Beispiel herauszugreifen (wegen anderer Tätigkeiten
wie Kochen, Abwaschen, Rumwetzen etc. musste mensch wählerisch
sein...): Am Podium "Génie génétique:
Gentechnologie - welche Zukunft soll unser Planet haben?" wurde
über die weltweiten Folgen dieser Technik diskutiert. Sehr
wertvoll waren die Beiträge von Delegierten aus dem Süden,
oft aus landwirtschaftsorientierten Ländern, wo durch die
Patentierung der traditionellen Sorten die Multis die Kontrolle über
das Saatgut gewinnen. In einer Erklärung der "Vereinigten
Indigenen Völker Südamerikas" (CONAI) wurde zudem die
Ausbeutung menschlicher Gene im Rahmen des "Human Genom
(Diversity) Projects" verurteilt und der Stopp dieses Programmes
zur Bestimmung und Patentierung aller menschlichen Erbanlagen
verlangt. Das Kulturprogramm und anderes "Drumherum" Am Samstag war der Abschluss der runden Tische. Im "jardin",
der, wie sich herausstellte, gar kein Garten war, fand im 4. Stock
des Wohnhauses eine Party statt, die eher an ein
bewusstseinserweiterndes Massenspektakel (sprich Orgie) der 60er
Jahre erinnerte (oder waren das etwa meine Wahrnehmungsstörungen
nach vier Bier?). Überall standen und vor allem sassen Leute,
dazu schwebten sphärische Klänge und undefinierbare,
seltsame Töne durch den Raum, der Geruch von Räucherstäbchen
lag in der rauchgeschwängerten Luft. Jedenfalls war die Stimmung
wunderbar, wie sie es auch während der Konferenz weiter bleiben
sollte. Dafür sorgten jeden Abend musikalische und tänzerische
Darbietungen aus den verschiedenen Kulturkreisen. Für die Verpflegung sorgten neben den Köchen und
OrganisatorInnen einzelne Delegierte und wir DeutschschweizerInnen.
Die Mahlzeiten wurden im zur Zeit in Renovation befindlichen und
hoffentlich im Herbst wiedereröffneten Kulturzentrum "Usine"
zubereitet und eingenommen; die Stimmung war immer recht angenehm.
Durch die mangelnde Organisation wurden wir motiviert, uns und unsere
Arbeit selber zu organisieren, was zudem viel mehr Spass machte, als
gleich bei der Ankunft ein Pflichtenheft in die Hand gedrückt zu
bekommen. Die Usine war überhaupt der wichtigste Treffpunkt für
Delegierte und HelferInnen. Dort wurden auch verschiedene Filme
gezeigt, z. B. eine Doku über indische Familienplanung und ein
Profi-Amateur-Film der Demo gegen das Davoser Weltwirtschaftsforum am
31. Januar. Die Konferenz: chaotisch aber herzlich?! An der Konferenz, welche für maximal 600 Leute geplant wurde,
nahmen über 300 Delegierte aus 71 Ländern teil. Schon bei
der Planung wurde grossen Wert darauf gelegt, dass die Konferenz
nicht von EuropäerInnen dominiert würde (zumal sich die
"Konsumkinder" im reichen Westen die politischen Inhalte
oft aus dem Trikont holen...). Die Hälfte der Teilnehmenden
sollte aus dem Trikont kommen, und es war eine 70%ige
Frauenpartizipation angestrebt. Erfreulicherweise kamen weit mehr als
50% der Delegierten aus dem Süden. (Der "Einladungsstopp"
für europäische Organisationen sollte sich allerdings als
finanzieller Bumerang herausstellen: Die Delegierten aus dem Süden
und Osten zahlten den Lebenshaltungskosten ihres Herkunftslandes
angepasste Beiträge, was ein gewisses Defizit verursachte, das
dann nicht durch entsprechende Spenden von EuropäerInnen
ausgeglichen werden konnte.) Die TeilnehmerInnen der Konferenz repräsentierten
hauptsächlich grosse Organisationen, die teilweise mehr
Mitglieder zählen als die Schweiz EinwohnerInnen! So entstand
eine Konferenz, die geprägt war von den Interessen vieler
Menschen aus dem Trikont; von den Forderungen nach
Nahrungssicherheit, menschenwürdigen Arbeits- und
Lebensbedingungen und dem schon lange fälligen Ende der über
500jährigen Ausbeutung durch die Industriestaaten. Die Frauen waren leider trotz der angestrebten Quote, wie so oft,
wieder einmal untervertreten. Es wurde auch kritisiert, dass im
Konferenzentwurf des Manifestes die Geschlechterproblematik und die
spezifisch weibliche Unterdrückung zuwenig thematisiert wurden.
Um diesen Missstand für die endgültige Version zu beheben,
wurde eine eigene Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit der
Ausarbeitung dieses Teils befasste. An den drei Konferenztagen wurde in themenbezogenen und regionalen
Gruppen das Manifest und die Koordination der weltweiten Aktionen,
sowie der Umgang mit den Medien diskutiert. Leider nahm die
Ausarbeitung des Manifestes mehr Zeit in Anspruch als geplant, was
die Debatte um den Aufbau eines Kommunikationsnetzes zwischen den
Organisationen (zum Austausch von Informationen und für
Publikationen in der lokalen Presse etc.) zu kurz kommen liess. Das
Ergebnis davon war, dass mensch beschloss, (auch weiterhin) das
Internet als schnelles Medium zu benutzen (siehe Abschnitt Bulletin
und die Homepage von PGA/AMP/AGP: www.agp.org). Einige der übriggebliebenen Delegierten (viele mussten schon
am Mittwoch wieder abreisen) wirkten dann auch ein wenig
überstrapaziert, als die Diskussion über das Manifest auch
noch am Donnerstag weitergeführt werden musste (von den
Nachtschichten der Übersetzer- und TippserInnen gar nicht zu
sprechen...). Demos, die Spass machen Auf den Mittwochabend, am letzten offiziellen Tag der Konferenz,
war eine Demo von der Innenstadt zum WTO-Gebäude geplant, um die
Globalisierungsthematik und das Stattfinden einer Konferenz mit
Delegierten aus dem Süden an die Öffentlichkeit zu tragen. Eine stattliche Zahl von Delegierten liess es sich aber nicht
nehmen, schon am Nachmittag, zu Geschäftszeiten, lärmend
vor die WTO zu ziehen. Das Gelände war natürlich von der
Polizei abgeriegelt worden, und alle Versuche, trotzdem
hineinzugelangen, scheiterten. Die Stimmung war aber auch vor dem
Herzen der Bestie, bzw. dem Kopf des Monsters, ausgelassen, und die
Bullen wurden von den DemoteilnehmerInnen (allen voran Maori- und
andere indigene Frauen) teilweise aufs heftigste beleidigt,
beschimpft und Gerüchten zufolge sogar bespuckt... Am Abend dann entstand mit den rund 200 bis 300 Delegierten,
OrganisatorInnen und nun auch den erwerbstätigen GenferInnen
eine lautstarke und farbenprächtige zweite Demo. Sie schlängelte
sich auf der Gegenfahrbahn zwischen den Autos in Richtung Rue de
Lausanne durch. Das entstehende Hupkonzert der entnervten weil
behinderten AutomobilistInnen ergänzte die diversen Lärm-
und Perkussionsinstrumente (speziell erwähnt werden müssen
die als "Bäume" verkleideten Menschen und die zwei
alten Tonnen auf einem Handwagen) geradezu optimal. Wieder kam es zu
kleinen Handgreiflichkeiten mit den WTO-Wächtern. Es waren Redebeiträge aus der ganzen Welt zu hören,
denen uns Sprachunkundigen vor allem ein kräftiges ¡YA
BASTA! zu entnehmen war - wir haben genug von der WTO, genug von
dieser Scheissorganisation, die nur eine Gewinnsteigerung für
die Reichsten im Sinn hat, und der die Lebensbedingungen des grossen
Rests der Menschheit egal sind. Die wütende Betroffenheit der
RednerInnen aus dem Süden übertrug sich auf die Stimmung -
ein starkes Erlebnis. Der Rückweg musste leider auch wieder zu Fuss zurückgelegt
werden, da unterdessen der gesamte Verkehr lahmgelegt war... Am späteren Abend gab es dann einmal mehr einen Live-Auftritt
mit Latino-Musik, welche die Leute zum Tanzen brachte - der
offizielle Abschluss der Konferenz. Manifesto Das Manifest der PGA stellt, neben den geknüpften Kontakten,
eines der Hauptresultate der Konferenz in Genf dar. Es versteht sich
als Definition und Erklärung der PGA und dient als theoretische
Grundlage für Entscheidungen, beispielsweise für
Publikationen im Namen der PGA. Es zeigt die Vorreiterrolle der WTO im Prozess der
Wirtschafts-Globalisierung durch die transnationalen Konzerne
(transnational corporations, TNC) mit Hilfe der Nationalstaaten. In
weiteren Abschnitten werden die Auswirkungen auf verschiedene
speziell betroffene Gruppen und Gesellschaftsbereiche beschrieben: - Wirtschaftsglobalisierung, Macht und das "Race to the
Bottom" Im weiteren wird darauf hingewiesen, dass die WTO-Verträge
durch ihre Auswirkungen direkte Verletzungen von grundlegenden
Menschenrechten darstellen. Es ist zudem ein Appell an alle aktiven
Menschen zur Koordination der Aktivitäten: "Nur eine
globale Allianz von Volksbewegungen, die Autonomie respektiert und
aktionsorientierten Widerstand fördert, kann dieses entstehende
globalisierte Monster besiegen. Wenn die Verarmung von Bevölkerungen
die Tagesordnung des Neoliberalismus ist, wird die direkte Stärkung
der Völker durch konstruktive direkte Aktionen und zivilen
Ungehorsam das Programm des Globalen Bündnis der Völker
gegen 'Freihandel' und die WTO sein." Das Manifest schliesst mit einem starken, in die Zukunft
blickenden, menschlichen Engagement: "Wir erklären unseren
Willen, als Menschen gegen jede Form von Unterdrückung zu
kämpfen. Wir bekämpfen nicht nur die uns aufgezwungenen
Unrechte, wir engagieren uns auch für die Schaffung einer neuen
Welt. Wir sind zusammen als menschliche Wesen und Gemeinschaften,
unsere Einheit wurzelt tief in unserer Verschiedenheit. So gestalten
wir eine Vision einer gerechten Welt und beginnen diesen wahren
Wohlstand zu schaffen, welcher von menschlicher Stärke,
natürlichem Grossmut, Vielfalt, Würde und Freiheit kommt." Das Internationale Komitee Bis Ende April konnten noch Änderungsvorschläge
eingebracht werden. Das (vorläufig) endgültige Manifest
wird vom internationalen Komitee verfasst, welchem angehören:
cetera (Argentinien), conaie (Ecuador), proceso de comunidades
(Kolumbien), comutras (El Salvador), NAPM (ca. 100 diverse Bewegungen
in Indien), eine Maori-Organisation aus Neuseeland, ORAM
(Moçambique). Aus Europa ist DAM (verschiedene Leute aus
England). In Osteuropa ist ein Platz offen für die "Social
Ecological Union" (280 Gruppen aus der ehemaligen UdSSR), welche
noch nicht definitiv dabei ist, wie auch für Afrika und Asien
noch vier Plätze frei sind. Das Komitee ist auch zuständig
für die Einberufung der nächsten Konferenz, die in zwei
Jahren wiederum drei Monate vor dem WTO-Kongress stattfinden soll. Das PGA-Bulletin - Fazit und Aktionsplan Als stetig aktuelles Informations- und Kommunikationsmedium
zwischen den Organisationen soll das PGA-Bulletin regelmässig
verschickt werden. Es enthält Berichte mit Hintergründen
zur WTO-Aktivität, Aufrufe zu Aktionen und Allgemeines zur PGA.
Es wird auf dezentrale und rotierende Weise herausgegeben, d. h. per
E-Mail oder auf Papier an die Organisationen verschickt. Erschienen ist bereits das PGA-Bulletin #1 im März. Neben
einem Fazit des Genfer Empfangskomitees über die Konferenz
enthält es vor allem einen detaillierten Aktionsplan über
alle schon bekannten weltweiten und dezentralen Aktionen. An finally: Hot Spring 98 - Resist Corporate Rule! Schon im April werden viele Aktionen stattfinden, die sich im Mai
mit einem Crescendo zum Big Bang against the WTO steigern werden. Der "heisse Sommer" wurde dieses Jahr auf den Frühling
verschoben: Bereits der 1. Mai wird an vielen Orten unter dem Thema
"Globalisierung" stehen, um die WTO, den IWF, die Weltbank
und andere Auswüchse ein und desselben Problems an der Wurzel zu
packen. Wer A sagt, muss auch B sagen. Wer Kapitalismus sagt, muss
auch Globalisierung sagen. Deshalb soll der "Tag der Arbeit",
der ArbeiterInnenkampftag wieder zu dem werden, was er eigentlich mal
war: eine Absage an den Kapitalismus, eine grundsätzliche
Infragestellung nicht nur seiner Symptome. Im Mai werden auf der ganzen Welt die verschiedensten Aktionen
gegen die WTO und den sog. 'Freihandel' stattfinden, zum Beispiel in
Kanada, wo mehrere Demonstrationen und direkte Aktionen zum Thema
geplant sind; oder in Indien, wo mindestens eine halbe Million
DemonstrantInnen den Austritt Indiens aus der WTO fordern werden. In Frankreich wird es einen Marsch gegen Arbeitslosigkeit und
Ausgrenzung geben, der wie auch die deutsche Karawane "Geld oder
Leben?" nach Genf führen wird. Diese beginnt in
verschiedenen deutschen Städten, sammelt sich in Frankfurt,
überquert bei Basel die Grenze, macht Halt in Aarau, Solothurn,
Bern, Fribourg und Lausanne, um rechtzeitig zur
Demonstration/Strassenparty in Genf einzutreffen. MitfahrerInnen
können jederzeit einsteigen und sind sehr erwünscht! Am Samstag, dem 16. Mai, parallel zum G8-Treffen in Birmingham,
hat Reclaim the Streets! Strassenpartys auf der ganzen Welt angeregt
(die erste Global Street Party!). Verschiedene Städte haben
schon zugesagt, so Sydney, Turku, Birmingham, Hull, Leads, Derry,
Dublin, London und auch Genf. Die privatisierten Räume, in
diesem Fall die Strassen, sollen in ein Widerstandsfestival gegen die
Automobil- und Erdölindustrie, gegen wirtschaftliche
Globalisierung und die Konzernmacht verwandelt werden. In Genf wird am Samstag eine grosse Demo stattfinden. Jede
anwesende Organisation soll ihren eigenen Kampf gegen die
Globalisierung und die WTO vorstellen, sei dies mit Infoständen,
einem Plakat für die grosse Wand, kulturellen Darbietungen oder
was sonst noch einfällt und Spass macht. Etwa zwei- bis
dreitausend Kleinbauern und -bäuerinnen werden an verschiedenen
Orten Lebensmittel verkaufen, um den lokalen Kleinhandel und direkte
Beziehungen zwischen ProduzentInnen und KonsumentInnen zu fördern.
Des weiteren ist (nach Bern und Luzern) ein "Radical Rave"
am Abend geplant. Am 18. Mai wird in den U$A der "No Trade Day"
ausgerufen: Blockierung des Handels auf allen Stufen bzw. an den
zentralen Stellen. In Genf wird an diesem "Peoples' Trade Day"
versucht, die Innenstadt lahmzulegen - schliesslich können die
Herren Wirtschaftsminister auch zu Fuss zur Konferenz gelangen, oder
sich einen Helikopter leisten (Polizei/Armee werden ihnen dabei
sicher gerne behilflich sein, wie das Beispiel WEF 98 in Davos
zeigte). Daneben gibt es bestimmt genug Platz für dezentrale
Aktionen (vor Supermärkten, Fast-Food-Restaurants, Banken usw.)
verschiedenster Art (situationsgerecht agieren!) Am Mittwoch 20. Mai hat das GATT offiziell seinen 50. Geburtstag.
50 Jahre zuviel also - kein Grund zum feiern! Aber ein Grund, ihnen
die Geburztaxparty kräftig zu vermiesen. Kommt alle nach Genf
und lasst euch was einfallen! See ya there! Aus der Sicht einiger hinter den Kulissen Tätigen Unterlagen wie das PGA-Bulletin, das Manifest oder weitere
Informationen zur Karawane, zur Globalisierung im allgemeinen etc.
können wie üblich in den Infoläden gesucht und
gefunden werden. Zurück zur Hauptseite vom karnikl oder des KulturZentrums Bremgarten KuZeB
"Globalisierter" Widerstand gegen das
GATT/WTO-Regime
- Ausbeutung, Arbeit und Lebensunterhalt
-
Geschlechterunterdrückung
- Der Überlebenskampf der
indigenen Völker
- Unterdrückte ethnische Gruppen
-
Angriff auf die Natur und die Landwirtschaft
- Kultur
- Wissen
und Technologie
- Bildung und Jugend
- Militarisierung
-
Migration und Diskriminierung.
© 1997, 2012 Copyright beim Verein KulturZentrum Bremgarten KuZeB some rights reserved (Creative Commons BY-SA). Geändert am 31. Mai 2009. Erstellt von Kire.