Strom in Nepal Nepal ist ein Land, das im Mittelalter stehengeblieben zu sein
scheint. Es gibt weder Strassen noch Autos, ein grosser Teil des
Volkes verdient seinen Lebensunterhalt als TrägerIn. Auch
elektrischen Strom gibt es nur in einem sehr kleinen Teil des Landes.
Deshalb wird für die Energieversorgung (Heizung, Beleuchtung
usw.) ausschliesslich Holz gebraucht. Weil aber Nepal eher hoch
gelegen ist und da nur noch Hanf wächst, müssen die
NepalerInnen zum Teil mehrere Tagesmärsche weit gehen um Holz zu
kriegen, das sie dann vor und auf dem Haus lagern. Holz ist bereits
heute eine Mangelware in Nepal, und importieren will es auch niemand,
denn die NepalerInnen sind zu arm, um es bezahlen zu können. Der
Holzmangel wurde durch die steigende Bevölkerung ausgelöst.
Eine reiche Nepalerin erkennt mensch daher daran, dass sie viel Holz
vor der Hütte hat. (TstTst, wenn das nun nicht zweideutig
ist...! d. L.) Aufgrund dieses Holzmangels kamen westliche Hilfsorganisationen
auf die glorreiche Idee zu helfen. Und wie immer beschlossen sie das
Problem nicht bei den Wurzeln zu lösen, sondern die Symptome zu
bekämpfen. Dieses Verhalten gleicht einem Autofahrer der
bemerkt, dass er zu schnell fährt und deshalb den Tacho
einschlägt. Sie beschlossen also, ein Wasserkraftwerk zu bauen, um den
NepalerInnen eine Alternative zum Holzverbrauch zu bieten. Die
Technik sollte es also richten. So begab sich Nepal einerseits in
eine Abhängigkeit von den westlichen Krediten und dem
technologischen Wissen, andererseits wurde stark in die Kultur des
Landes eingegriffen, indem westliche Wertvorstellungen (z. B.
möglichst viel Geld zu verdienen) vorgemacht und als erfolgreich
dargestellt wurden. Und nebenbei konnte mensch sich eines guten
Images (oder Gewissens) sicher sein, denn mensch wollte ja nur
helfen. Doch "errare humanum est" und so kam es (mit dem
Helfen) anders als gedacht. Die NepalerInnen freuten sich über
den Strom, der es ihnen erlaubte, bis tief in die Nacht bei hellem
Licht wach zu bleiben. Das hatte zur Folge, dass die Holzöfen
länger geheizt wurden und schlussendlich in der Region der
Holzverbrauch anstieg. Was will uns diese wahre Geschichte sagen? "Entwicklungshilfe"
ist nicht über alle Zweifel erhaben, denn technischer
Fortschritt ist hauptsächlich ein westliches Kulturgut. Nicht
immer verträgt es sich daher mit der Kultur des
"Entwicklungslandes". Und oft ist nicht das Helfen Ziel
derer, die wie Helfende dastehen wollen. Zurück zur Hauptseite vom karnikl oder des KulturZentrums Bremgarten KuZeB
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