Neonazi-Aufmarsch in München -
Demobericht KI. Vor kurzer Zeit gastierte die Wanderausstellung
"Verbrechen der Wehrmacht im 2. Weltkrieg" in München.
Schon im Vorfeld wurden Stimmen von rechts aussen laut, die diese Art
der öffentlichen geschichtlichen Aufarbeitung verurteilten und
die Ausstellung als volksverhetzend, deutschfeindlich und als Affront
gegenüber ihren Vorfahren deklarierten. So mobilisierte die NPD
und vor allem deren Jugendorganisation, die JN unter dem Motto:
"Unsere Grossväter waren keine Verbrecher- und wir sind
stolz auf sie!" zum "Nationalen Widerstand" (O-Ton!!!)
und bekamen prompt für eine Grosskundgebung am 1. März in
München eine Bewilligung (...). Als Besammlungsort der Neonazis
war zuerst der Geschwister-Scholl-Platz vorgesehen. Die Geschwister
Scholl (Stichwort "weisse Rose") wurden während dem 2.
Weltkrieg wegen dem Verteilen von Flugblättern gegen Hitler zum
Tode verurteilt und hingerichtet! Schliesslich wurde der
Besammlungsort kurzfristig verlegt, dies geschah aber nicht aufgrund
von massiven Protesten, die es natürlich gab, sondern vor allem
mit der Begründung, dass die Bullen auf dem
Geschwister-Scholl-Platz den Neonazi-Aufmarsch nicht so gut schützen
könnte vor "bösen" GegendemonstrantInnen... Die
Schlusskundgebung sollte auf dem Marienplatz, just vor dem Rathaus,
in welchem sich die Ausstellung befand, stattfinden. Na ja, dies mal
schon vorweggenommen, bis dorthin kamen die Braunhemden nicht... Im
Flugblatt der "JN" ist unter anderem von einer gezielten
"volksverhetzenden Schandausstellung", "Selbsthass
durch gezielte Volksverhetzung", "Zerstörung des
nationalen Selbstbewusstseins" und "infamer Beleidigung
unserer Grossväter" die Rede. Ins gleiche Horn wie die Nazis, stiess auch die CSU (zusammen mit
der CDU und FDP Regierungspartei in Deutschland) und bezeichnete die
Wehrmachtsausstellung als "Vernichtungsfeldzug gegen das
deutsche Volk". Gleichzeitig begann aber auch die Linke zu
mobilisieren. Viele Gruppen aus dem aussenparlamentarischen und
parlamentarischen Spektrum organisierten ihrerseits nun ebenfalls für
mehrere Gegendemonstrationen und Münchens Boulevardzeitungen
empfahlen seiner LeserInnenschaft am Samstag lieber gleich zu Hause
zu bleiben... Der etwas andere Reise- und Erlebnisbericht Am Freitag Abend (mit der obligatorischer Verspätung... der
Tipper) machten wir uns auf den Weg in Richtung München, knapp
zwanzig Nasen aus dem Aargau und Zureich. Mit Kleinbus und Autos und
- vorerst - noch guter Laune. Noch keine zehn Minuten gefahren, haben
wir schon die ersten Troubles, Mr. Organisator vergisst im Stress
sein Gepäck samt Fotoausrüstung, was einige zum Umkehren
zwingt. Nachdem wir dieser ersten Widrigkeit jedoch erfolgreich
getrotzt haben, geht's nach einer ersten kurzen Rast mit viel
Reggeasound aus dem Radio (grrr - an diesem Sch...karren
funktionieren weder das Licht, noch die Scheibenwischer, und was noch
viel viel schlimmer ist, und kaum zu ertragen: das Tapedeck ist zur
Sau!!! -Meckerdegutante - lauf doch das nächste Mal nach
München... der Fahrer) weiter, bis wir den österreichischen
Zoll passieren. Um nicht unnötige Aufmerksamkeit auf uns zu
ziehen, tun wir dies mit zeitlichem Abstand. Nun ja, der Bus trudelt
auch schon bald ein, leider hat es aber mehrere Zollübergänge
nach "Haiderland", so dass dies nicht so richtig klappt.
Nach einer erneuten kleineren Pause (ca. 1 Std... der Tipper) fahren
wir, mit minus einem Auto, weiter, und kurz nach eins (da sollten wir
nach der Zeitplanung von Mr. Organisator schon längst in München
am Pennen sein...) erreichen wir den deutschen Zoll, wo wir
freundlich empfangen werden. Zumindest können wir in Erfahrung
bringen, dass vor uns schon ein Auto mit CH-Nummernschild vorbeikam
und rausgenommen wurde, und ebenfalls in Richtung München
unterwegs war. Mensch sieht also, alles hat auch seine guten
Seiten... Als wir endlich, zu sehr später Stunde, in München
eintreffen, beschert uns ein wohl schon ziemlich ermüdeter
Navigator eine unfreiwillige Stadtrundfahrt zum Nulltarif. Spätestens
als wir nach 3/4 Stunde Fahrt auf dem "Mittleren Ring", das
Stadion des verhassten FC Bayern München zum zweiten Mal
passieren, merkt auch unser Navigator, dass hier etwas faul ist.
Merci beaucoup an dieser Stelle, München wollte ich schon immer
besser kennenlernen... Den Infoladen, der als Anlaufstelle dient,
finden wir dann doch noch. Dort erfahren wir dann die ersten News und
Zahlen, dass unter anderem mit mindestens 1200 - 1500 Neonazis, auf
der Gegenseite (wir) aber lediglich mit 500 - 800 Antifas und
Autonomen gerechnet wird!!! (Am liebsten wäre ein Teil von uns
gleich wieder nach Hause gefahren... der Tipper). Da aber alle viel
zu müde waren, um überhaupt an den nächsten Tag zu
denken, legte mensch sich um 4 Uhr morgens doch noch schlafen. Am frühen Morgen, nach ein paar Stündchen Schlaf,
besammeln wir uns auf dem Königsplatz zur Gegendemonstration,
die von der Antifaschistischen Aktion organisiert ist. Dort wimmelt
es nur so von Zivis (Slang für Zivilpolizist, Zivas für
Zivilpolizistin... der Tipper) und vor allem von Journis (Slang für
JournalistIn... der Tipper). Diese filmen und fotografieren fleissig,
völlig ungehindert und scheinbar ohne dass sich jemensch, ausser
uns, daran sonderlich stört! Ein paar Bullen verteilen lustige
Flugis und stehen dumm in der Gegend rum. Nach einer knappen Stunde
warten ist es endlich soweit, der bunt-schwarze Zug setzt sich, mit
ca. 800 - 1000 Autonomen und Antifas, in Bewegung. Die Demoroute
führt zuerst irgendwie durch ein Niemenschsland, wir laufen
dicht, z. T. in Ketten. Über
Lautsprecher werden die DemoteilnehmerInnen informiert, auch Sinn &
Zweck der Demo wird immer wieder durchgegeben, dazwischen lauter
Sound (richtige DEMO-Musik!!! Kein Techno, vielleicht kann ja
jemensch mal eine Kopie des Tapes nach Bern oder Zureich
schicken...). Trotz der relativ geringen Teilnahme und einer nicht
überwältigend lautstarken Demo ist schon zu Beginn ein
Power da - mensch weiss weshalb er / sie auf der Strasse steht. In
der Innenstadt werden wir dann von vielen PassantInnen mit Applaus
empfangen. Am Odeonsplatz treffen wir uns mit dem Bündnisdemozug,
zu dem die Grünen, PDS, Jusos, Gewerkschaften,
MigrantInnen-Organisationen und viele andere Gruppen aufgerufen
hatten. Die nun ca. 6000(!) Leute besammeln sich dort zur
Abschlusskundgebung. Unsere Befürchtungen, dass wir zu wenige
sein würden (da extrem viele AntifaschistInnen, Autonome, etc.
aus anderen Städten scheinbar anderweitig beschäftigt waren
und nicht auftauchten) haben sich vorerst nicht bestätigt. An Nachmittag, nach einer kleinen Stärkung, machen wir uns
auf den Weg zum Marienplatz, wo die Faschos zu ihrer
Schlusskundgebung erwartet werden. Der Marienplatz ist jedoch schon
von mehreren tausend(!) GegendemonstrantInnen und Schaulustigen
besetzt. Die Leute stehen dicht gedrängt und ich schnalle im
ersten Moment gar nicht, ob das jetzt wohl SympathisantInnen oder
GegnerInnen sind, die sich da die Füsse platt stehen - die Menge
ist bunt gemischt, von alt-68erInnen über Bürgerliche
mittleren Alters bis hin zu jungen Normalos und -as ist so ziemlich
alles vertreten. Im Gedränge raffen wir also zuerst mal gar
nicht, was abgeht, wir können nur feststellen, dass vor dem
Rathaus eine (kleine Ecke) von den Bullen freigehalten wird, der wohl
für die Abschlusskundgebung der Nazis bestimmt ist.
Während die anderen (die geneigte Schreiberin & Co.) dumm
auf dem Marienplatz rumstehen, mache ich - der Tipper - mich auf den
Weg, um den Faschos etwas entgegenzugehen. Auf der anderen Seite der
Innenstadt angekommen, unweit vom Marienplatz, entdecke ich sie dann
auch schon! Horden von kahlrasierten Idioten marschieren in Reih und
Glied in Richtung Innenstadt. Zuvorderst ein rot-weisses (Farben der
JN) Fahnenmeer. Von einem Journalist erfahre ich, dass es mindestens
4'000 Neonazis sind (!!!). Seit dem 2. Weltkrieg der grösste
Nazi-Aufmarsch überhaupt! Einige wenige Antifas sind auf die
gleiche Idee gekommen, und den Faschos ebenfalls entgegengelaufen. 30
- 40 z. T. sehr junge Antifas versuchen nun mit einer Menschenkette
die Strasse zu blockieren, um so den braunen Demozug zu stoppen.
Zivilbullen tauchen auf und prügeln auf die Leute ein. Zumindest
muss aber, um eine erste Konfrontation zu vermeiden, die Route der
Faschos mehrmals in kleine Seitenstrassen umgelotst werden! Immer
mehr wütende GegendemostrantInnen tauchen auf, viele sind
entsetzt und schockiert, nachdem sie die braune Masse gesehen haben.
Hass liegt in der Luft. Einige wütende PassantInnen versuchen
nun, sich durch die Bullenketten durchzuprügeln, um den Neonazis
an den Kragen zu gehen... Mehrere hundert Meter vor dem Marienplatz
gelingt es uns schliesslich nochmals eine Menschenkette zu bilden.
(Hier möchte ich nun wieder unserer rasenden Reporterin
übergeben... der Tipper). Wir stehen also ein bisschen verwirrt rum, bis plötzlich eine
handvoll Bullen von der einen Ecke des Marienplatzes die
Irgendwasstrasse runterstürmt - wir hintennach und siehe da:
Nachdem wir gerade noch durch die sich bildenden Bullenketten kommen,
ist der Demozug der Neonazis nur noch wenige hundert Meter weit von
uns entfernt. Ungefähr hundert Autonome, AntifaschistInnen etc.
hindern - abgeriegelt von doppelter Polizeikette - den Demozug
ebengenannter am weiteren Vormarsch. Es wird lautstark dessen Rückzug
gefordert, mensch bildet Ketten und ist auch sonst sehr entschlossen,
die Faschos am weiteren Vordringen zu hindern. Es kommt zu den ersten
Knüppeleinsätzen der Bullen. Immer mehr Leute schliessen
sich uns an und stellen sich vor die Bullenketten und die Neonazis
dahinter. Aus Seitenstrassen stürmen immer mehr Leute auf die
Strasse; auch viele Ottonormalos & Annanormalas solidarisieren
sich spontan mit uns!!! Die "Nazis Raus", "Haut
ab"-Rufe werden immer lauter. Alle (!) schreien mit - ein Mob
wie ich ihn in dieser Art noch nie erlebt habe. Die werten
FreundInnen & HelferInnen bleiben jedoch nicht untätig und
verdreifachen das Aufgebot an den Fronten; offensichtlich wird nun
auch versucht, uns einzukesseln, was aber nicht gelingt, da immer
mehr Menschen zu uns stossen. Ab und zu finden ein paar Eier, Steine,
Flaschen, Orangen oder Tomaten den Weg über die 2 doppelten
Bullenketten, wo die sich von Zeit zu Zeit akustisch bemerkbar
machenden Vielgehassten vermutet werden. Und immer versuchen die
Bullen den Neonazi den Weg für deren weiteres Vorrücken
freizukämpfen. Dabei kommt es zu kleineren oder grösseren
Rangeleien, die jedoch nicht das von der Polizei erwünschte
Resultat erzielen.
Tja, jedenfalls gelingt es unterdessen einem Grossteil der
GegendemonstrantInnen, die bis zu diesem Zeitpunkt noch auf dem
Marienplatz festgehalten wurden, ebenfalls zu uns zu stossen, so dass
nun zigtausende den Weg blockieren! Nach über dreistündiger
Belagerung können die Faschos veranlasst werden, den Rückzug
anzutreten.
Während sich also die Faschos verziehen, gelingt es mir und
dem Tipper (ja, ja ich bin der Beste... der Tipper), hinter die Front
zu gelangen und so können wir den Abzug aus nächster Nähe
mitverfolgen. Obwohl es entlang dem Rückweg der Faschos eher nur
Schaulustige hat und keine typischen GegendemonstrantInnen, werden
die Nazis aufs hässlichste beschumpfen und mit bayerischen
Schimpfwörtern eingedeckt, bespuckt (!) und niedergeschrieen,
von "Blödmänner", "Affen" bis zu
"Nazischwein" ist alles vertreten. Hier muss noch
ausdrücklich erwähnt werden, dass wir lediglich durch ein
gespanntes Seil und eine handvoll Bullen von den Nazis getrennt waren
und diese uns zahlenmässig bei weitem überlegen waren!
Trotzdem wurde dem Hass, v. a. auf die vielen Nazi-Skins, freien Lauf
gelassen; der Strom der z. T. in Blöcken abziehenden Glatzen,
Altnazis, NPD-Funktionäre (weniger -innen) & des JN-Kaders,
will nicht abreissen, wir schreien uns die Kehle heiser und finden so
ziemlich unglaublich, was wir da sehen. Nach erfolgreichem Kampf-(nachmit)tag machen wir uns auf den Weg
zurück zum Infoladen, wo wir den Rest der Truppe treffen (oder
beinahe: "Es fehlen die Gefangenen", an dieser Stelle
nochmals ein herzliches Dankeschön an die lieben Leute vom
Ermittlungsausschuss!... der Tipper). Am Abend findet dann noch eine
VV (Vollversammlung) statt, um eventuelle weitere Aktionen zu planen.
Zur VV kommen dann nur noch ca. 30 Leutchen. Alle sind müde und,
mehr oder weniger angeschlagen, am Rumhängen. (Schliesslich
macht sich unsere rasende Reporterin allseits beliebt - als sie mit
ihrem "Deospray" rumspielt. Das Gerücht, dass die VV
mit Tränengas aufgelöst wurde, hat sich bis heute
hartnäckig gehalten... der Tipper). Für mich war dieser Samstag eine sehr eindrückliche
Sache. Es hat mir gezeigt, dass auch wenige Menschen mit
entschlossenem Auftreten viel bewegen können. Genial fand ich,
wieviele Menschen, junge & alte, Punx & Krawattenträger,
Linksradikale & Bürgis, an diesem Tag geschlossen den
Neonazis und Bullen gegenüberstanden. Vielleicht hat der/die
eine oder andere sogar dabei was geschnallt! Sehr nachdenklich ist
sicher, dass es den Neonazis gelang, eine solche Masse zu
mobilisieren. Sicher war diese Demo für die Neonazi-Szene so was
wie ein Tag X, auf den sie seit Jahren hingearbeitet haben. Es ist
ihnen tatsächlich eine Machtdemonstration gelungen, auch wenn
sie nicht bis zum Marienplatz gekommen sind. Sehr enttäuschend
(eher schon peinlich... der Tipper) war, wie wenig Autonome &
Antifas in München präsent waren, mag sein, dass zur
gleichen Zeit der Castor-Transport anstand, trotzdem hat für
mich die autonome Szene an diesem Tag viel von ihrer Glaubwürdigkeit
verloren... Übrigens: Den Rückweg brachten wir beinahe doppelt so
schnell hinter uns wie die Hinfahrt, und das inkl. dem
obligatorischen Zollstress! Die Ausstellung - Verbrechen der Wehrmacht 1941-1945 Die Wanderausstellung "Vernichtungskrieg - Verbrechen der
Wehrmacht 1941- 45" wurde von dem Multimillionär Jan
Phillip Reemtsma, dem Gründer des Hamburger Institutes für
Sozialforschung, initiiert. Jan Phillip Reemtsma wird den meisten
bekannt sein, aufgrund seiner spektakulären Entführung vor
ca. einem Jahr. Er unterstützt mit seinen Millionen, die er aus
dem Tabakimperium seines Vaters geerbt hat, vor allem auch immer
wieder linke, fortschrittliche Projekte. Die Ausstellung dokumentiert, vor allem anhand von zahlreichen
Fotos, die Rolle und Verbrechen der Wehrmacht im 2. Weltkrieg. Diese
hatte sich aktiv an den Verbrechen des Hitler-Regimes beteiligt und
unter dem Deckmantel der PartisanInnenbekämpfung tausende
unschuldige ZivilistInnen ermordet. In Deutschland gilt das Verhalten
der Wehrmacht während dem 2. Weltkrieg immer noch vielfach als
"sauber" und heldenhaft. Viele Deutsche sind immer noch der
Meinung, dass sämtliche Greueltaten aufs Konto der SS und SA
gehen. Dass dem nicht so ist (wen überrascht's... der Texter),
belegt die Ausstellung, deren Bildmaterial vor allem den
Russlandfeldzug und die dabei begangenen Verbrechen vom "aufrechten
deutschen" Soldaten dokumentiert. Ähnlich
der Rolle der Schweiz im 2. Weltkrieg, wurde auch die der Wehrmacht
über die Jahre hinweg glorifiziert und verfälscht
dargestellt. Mit der Wanderausstellung wird ein Beitrag geleistet, um
das Geschichtsbewusstsein der Bevölkerung, fern von
Beschönigungen und Falschdarstellung, zu fördern. Die
Ausstellung ist seit anfangs dieses Jahres unterwegs und wurde in
verschiedenen Städten Deutschlands schon von zehntausenden
Menschen besucht. JN - Junge Nationaldemokraten Die "JN" wurde 1967 als Jugendorganisation der "NPD"
(Nationaldemokratische Partei Deutschland) gegründet. Ziel war
und ist es v.a. junge Menschen anzuwerben, um sozusagen Nachschub für
die überalterte "NPD" zu besorgen. Nach den ziemlich
erfolglosen 70er Jahren wurde die "JN" im Jahre 1990
endgültig für reformbedürftig befunden und
umstrukturiert. Einhergehend mit der organisatorischen
Umstrukturierung versucht die "JN" eine eigene Ideologie zu
propagieren. Diese erweist sich als verkappte Mixtur aus alten
faschistischen und nazistischen Ideologien. Zum politischen Ziel wird
ein sogenannter "dritter Weg" erklärt, ein System
zwischen Kommunismus und Kapitalismus. So marschierte die "JN"
z. B. auch am 1. Mai 96 durch Ost-Berlin um ihren Kampf gegen
Sozialabbau und gegen die Kapitalisten (die in ihrer Weltanschauung
natürlich Juden sind... der Texter) auf die Strasse zu tragen. Nach dem Verbot von neonazistischen Gruppen, wie z.B. der
Wiking-Jugend, der NF (Nationalistischen Front), der FAP
(Freiheitlichen Arbeiterpartei) und anderer rechtsextremen
Organisationen in Deutschland, ist die "JN" zu DEM
Sammelbecken für Neonazis und ihrem Kader (falls sie nicht
gerade im Knast schmoren... der Texter) geworden! Durch ihre
"systemkritische Haltung" und strukturelle Abnabelung von
der Mutterpartei, der "NPD", ist die "JN" für
viele Junge aus dem rechten Spektrum interessant geworden. Geschickt
wurde die schlechte wirtschaftliche Situation in der ehemaligen DDR
ausgenutzt, um dort zukünftige Kader zu rekrutieren und Leute
anzuwerben, unter den Fahnen der "JN" mitzumarschieren.
Politische Bildung und Gesinnung werden durch das "JN"-Presseorgan
"Einheit & Kampf" verbreitet. Eine Horrorvision ist wahr geworden. Mit der "JN" ist es
den deutschen Neonazis gelungen, sich ein demokratisches
Deckmäntelchen überzuziehen und sich in EINER Partei zu
sammeln. Dies ist den Nazis seit 1945 nicht mehr gelungen. Erfolglos
war aber bisher die Suche nach einem neuen Führer (Führerin?)... Zurück zur Hauptseite vom karnikl oder des KulturZentrums Bremgarten KuZeB
© 1997, 2010 Copyright beim Verein KulturZentrum Bremgarten KuZeB some rights reserved (Creative Commons BY-NC-SA). Geändert am 31. Mai 2009. Erstellt von Kire.