Häuser sind nicht zum
Geldverdienen da! TÄ. Während in der Schweiz die Löhne und die
Kaufkraft der Menschen sinken, sinkt auch die Anzahl der billigen
Wohnungen und Häuser. Alles "Alte" wird abgerissen
oder luxussaniert. Viele Versuche, leere Häuser neu zu benützen,
scheitern am Verhandlungswillen der Besitzer/in. Aber wer profitiert,
besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie jetzt, von dieser
Entwicklung? Der sogenannte Mittelstand, sofern es ihn überhaupt noch
gibt, profitiert ganz sicher am wenigsten. Denn die Löhne dieser
Leute sinken im Wettkampf um die Aufträge immer weiter, da nur
das billigste Geschäft noch Arbeit bekommt. Damit der/die
billigste Anbieter/in nicht zuviel drauflegen muss, senkt er/sie die
Saläre und die Zahl der Angestellten. Das heisst, wer noch
arbeitet verdient weniger, muss aber mehr leisten. Die kleinen, ausführenden Handwerksbetriebe bekommen zwar
Aufträge, aber die Preise sind so tief, dass auch sie nur ein
kleines Stück vom ganzen erhalten. Ein bedeutend grösseres Stück schneiden sich die
Immobilienhändler/innen ab. Aber auch sie bleiben, zum Glück,
immer öfters auf ihren mit High-Tech und Luxus vollgestopften
Häusern und Wohnungen sitzen, weil man/frau kein Geld mehr hat
für solche Eskapaden. Als grosse Profiteure bleiben eigentlich
nur noch die Banken und Kreditinstitute, welche die Zinssätze
festlegen. Fast jede/r die/der ein Haus oder eine Wohnung kaufen
will, muss bei einem dieser Finanzinstitute einen Kredit zu hohen
Zinssätzen haben. Viele Leute haben sich in der Hochkonjunktur verschuldet, und
können jetzt, mit dem Verlust an Kaufkraft, welcher nicht
zuletzt von den Banken verursacht wurde, die Zinsen nicht mehr
bezahlen und müssen Privatkonkurs anmelden. Es gab noch nie so
viele Zwangsversteigerungen wie in den letzten Jahren. Von solchen
Versteigerungen profitieren wieder die Banken und die
Immobilienhändler/innen, welche die Liegenschaften zu
Spottpreisen erwerben können. Nun bleibt die Frage, was wir dagegen tun können. Ich möchte
ein paar Vorschläge und Initiativen, welche in den letzten
Jahren in den Kantonen Bern und Genf ausgearbeitet wurden, kurz
aufzeigen. Aktion Wohnraum Bern: Diese Forderungen können nur als Übergangslösung
gesehen werden. Uns geht es aber um eine fundamentale Veränderung: Die Abschaffung des Bodenbesitzes als Kapitalanlage und die
Neudefinition von Eigengebrauchsrecht als Nutzungsrecht. Das
kapitalistische Bodenrecht ist nicht einfach "gottgegeben".
Gegenmodelle existieren und können erkämpft werden. Bis es
soweit ist, dass wir die heilige Kuh Bodenbesitz in die Freiheit
entlassen können, damit sie nicht mehr von einigen wenigen
gemolken werden kann, müssen wir sicher noch einiges bewegen. Unterdessen wollen wir aber auch wohnen. Deshalb greifen wir zu
einem Notstandsrecht und besetzen leerstehenden Wohnraum und
brachliegende Plätze. Wir wollen unsere Vorstellungen von einem
selbstbestimmten Leben nicht auf den Markt tragen müssen. Genf: Auch in Genf gab es ähnliche Bestrebungen. Eine Initiative forderte die Aufnahme des Rechts auf Wohnen in die
Verfassung, wie dies schon in den Kantonen Jura und, man /frau lese
und staune, Aargau der Fall ist. Eine zweite Initiative forderte die Bereitstellung von 3000
billigen Wohnungen innerhalb weniger Jahre durch den Kanton. Ein dritter Vorstoss wollte die Zwangsnutzung von leerem Wohnraum
durchsetzen. Soviel ich weiss, kam keiner dieser Vorschläge durch. Wenn
überhaupt darauf eingegangen wurde, dann nur, um einen total
abgeschwächten Gegenvorschlag zu machen. Aber die direkteste Möglichkeit gegen Spekulation und für
eine teilweise Verstaatlichung von Land und Liegenschaften zu
kämpfen, ist ganz sicher das Besetzen von Häusern. Also "Liebi Fraue und Manne", es gibt noch viel zu tun,
um die Abschaffung des Bodenbesitzes als Kapitalanlage zu erreichen. Ziehen wir ein, denn die Häuser sind wirklich nicht zum
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